Wir sind froh, dass die wochenlangen Spekulationen nun vorbei sind und die Europäische Kommission nun die so genannte „market test notice“, also die Aufforderung zur Stellungnahme, veröffentlicht hat. Wir werden die von Google eingereichten Zugeständnisse prüfen und konstruktives Feedback geben. Wir begrüßen diese Möglichkeit, denn es ist aus unserer Sicht entscheidend, dass der Markttest detailliert und mit großer Sorgfalt durchgeführt wird.
Wir haben bereits mehrfach darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, dass die Beschwerdeführer und andere interessierte Parteien die Möglichkeit erhalten, Googles Vorschläge zu überprüfen. Sie müssen die Gelegenheit bekommen, ihre Einschätzungen darzulegen und Nachweise zu liefern, die zeigen, wie sich die Zugeständnisse in der Praxis umsetzen lassen. Google hatte bereits Zeit seine Vorschläge zu testen und zu prüfen, wie sie das Click-Verhalten der User beeinflussen. Beschwerdeführer und andere interessierte Parteien verfügen über eine breite Expertise, daher sind ihre Stellungnahmen von großer Bedeutung. Sie benötigen jedoch genug Zeit und umfassende Informationen, um die Vorschläge im Detail analysieren zu können.
Googles Vorschläge müssen
- klare Prinzipien beinhalten, die Benachteiligungen dauerhaft verhindern,
- Maßnahmen umfassen, die einen fairen Wettbewerb wiederherstellen sowie
- die Durchsetzung und Einhaltung aller Regelungen sicherstellen.
Werden diese Punkte nicht gewährleistet, kann man schwerlich von einer zufriedenstellenden Lösung sprechen. Kommissar Almunia hat selbst gesagt, dass das Hauptziel der Untersuchung ist, den Wettbewerb in den Märkten wiederherzustellen, die durch Googles dominante Stellung und deren Missbrauch geschädigt wurden.
Wir werden die Inhalte der Vorschläge weiter kommentieren, sobald wir die Gelegenheit haben die Details näher zu analysieren. Es steht jedoch bereits jetzt fest, dass eine deutlichere Kennzeichnung („labelling“) nicht ausreichen wird, um die vorgebrachten Probleme im Bereich Wettbewerb zu lösen. Google sollte beim Suchranking für alle Webseiten die gleichen Regeln anwenden. Dies sollte auch die Google-eigenen vertikalen Suchdienste einschließen, die momentan innerhalb der Suchergebnisse bevorzugt werden und ganz oder sehr weit oben in den Ergebnislisten erscheinen.

